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Östersund

Östersund am Storsjön

Östersund liegt am Ostufer des Storsjön und verbindet diese Lage mit einem kompakten Stadtzentrum und Ausflugszielen auf Frösön. Heute reicht ein Aufenthalt vom Spaziergang zwischen Innenstadt und Seeufer bis zu Kulturorten, Aussichtspunkten und Wanderwegen auf der Insel. Die Brücken nach Frösön machen den Wechsel vom städtischen Ufer zu den offenen Blicken über Storsjön und die jämtländische Bergwelt unkompliziert.

Rathaus von Östersund in Schweden Rathaus von Östersund Foto: Wikimedia / Lars Falkdahlen Lindahl

Jamtli verbindet Regionalgeschichte, Kunst und Freilichtmuseum

Jamtli vereint drei Museen an einem Ort: das Regionalmuseum Jämtlands, das Nationalmuseum Jamtli mit Kunst und Design sowie das Freilichtmuseum mit historischen Häusern, Tieren und Spazierwegen. Die kulturhistorischen Ausstellungen führen durch verschiedene Epochen der Region; in der Ausstellung „Vikingar“ sind auch die rund tausend Jahre alten Överhogdal-Teppiche zu sehen. Das Haus zeigt zudem wechselnde Kunst-, Foto- und Gesellschaftsthemen. Im Sommer wird das Freilichtgelände mit dem Jamtli Historieland belebt: Darsteller und Tiere veranschaulichen dort Alltagsszenen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert.

Für einen Museumsbesuch im Herbst gilt ab 1. September: Die Ausstellungen sind montags und dienstags geschlossen, mittwochs von 11 bis 20.30 Uhr und von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Das Freilichtgelände ist meist für Spaziergänge offen; die historischen Häuser sind jedoch nur während des rund achtwöchigen Jamtli Historieland nach Mittsommer zugänglich. Diese Unterscheidung hilft, einen Besuch passend zur Jahreszeit zu planen.

Frösön: Runenstein, Kirche und Wege am See

Frösön ist die größte Insel im Storsjön. Über die Frösöbron gelangt man aus Östersund auf die Insel; von dort führen Wege an den See und zu den Aussichtspunkten mit Blick auf die Oviksfjällen und Åreskutan. Ein wichtiger Geschichtsort ist der Frösöstein, Schwedens nördlichster Runenstein und der einzige in Jämtland. Die Inschrift aus dem 11. Jahrhundert berichtet, dass Östman einen Stein und eine Brücke errichten ließ und Jämtland christianisierte. Der Stein steht seit 1987 beim Landstingshuset auf Frösön. Die Überlieferung verbindet das Tierornament mitunter mit dem Storsjöungeheuer, dem Seeungeheuer der lokalen Erzähltradition.

Auch die Frösö kyrka bietet einen guten Grund für einen Abstecher. Der Bau begann wahrscheinlich gegen Ende des 12. Jahrhunderts; die Kirche steht auf einer älteren vorchristlichen Kultstätte und bietet einen weiten Blick über Storsjöbygden und die Berge. Wenige Kilometer entfernt liegt Sommarhagen, das frühere Haus des Komponisten Wilhelm Peterson-Berger. Das 1914 errichtete Haus ist heute ein Museum mit Sommercafé. Wer lieber draußen unterwegs ist, findet auf Frösön mehrere markierte Wanderwege, Abschnitte des Pilgerwegs S:t Olavsleden und einen knapp sieben Kilometer langen Uferweg auf der Halbinsel Bynäset. Dort verläuft der Weg durch Wald und am Ufer des Storsjön entlang.

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Stadtgeschichte im Zentrum

Ein Blick auf Östersunds Gründung erklärt die ungewöhnliche Stadtgeschichte: Als König Gustav III. 1786 den Gründungsbrief unterzeichnete, stand am heutigen Ort zunächst nur ein größerer Hof. Die Stadtplanung wurde 1788 angelegt, doch Östersund entwickelte sich erst allmählich zu einer Stadt. Wer die Innenstadt zu Fuß erkundet, kann diesen historischen Kern mit dem Seeufer und dem Blick auf die gegenüberliegende Insel verbinden. Um neue Einwohner anzuziehen, gewährte der König den Zuziehenden Handels- und Handwerksfreiheit außerhalb der Zunftregeln sowie zwanzig Jahre Steuerfreiheit. 1810 wurde Östersund Residenzstadt des neuen Jämtland län; das Rathaus von 1912 steht für den späteren Aufstieg zur Verwaltungs- und Handelsstadt.

Weiterreise in Jämtland und Härjedalen

Als Ergänzung zum Stadt- und Inselprogramm bietet sich ein Besuch in Åre als eigenständiges Ziel in der Bergregion an. Die Übersicht zu Jämtland und Härjedalen hilft bei der weiteren Routenplanung; der übergeordnete Beitrag stellt Südliches Norrland vor. Für Übernachtungen bleibt der vorhandene Unterkunftsüberblick für Östersund der passende Einstieg.