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Gällivare-Malmberget

Gällivare liegt im nördlichen Norrland und ist ein geeigneter Ausgangspunkt, um Fjälllandschaft, samische Kultur und die Veränderungen einer Bergbauregion kennenzulernen. Wenige Kilometer vom Zentrum erhebt sich Dundret; nördlich davon liegt Malmberget, dessen Ortsbild sich durch den Eisenerzabbau grundlegend wandelt. Für eine längere Route lässt sich Gällivare mit weiteren Zielen in Nordschweden verbinden.

Blick auf Malmberget in Schweden, Norrland Blick auf Malmberget Foto: © wikipedia / Fred J.

Gällivare und Malmberget im Wandel

Der Bergbau im Raum Gällivare reicht bis in die späten 1880er-Jahre zurück. Besonders Malmberget ist eng mit dem Eisenerzabbau verbunden: Der Flächenbedarf der Grube führte über Jahrzehnte zur Umgestaltung des Ortes. LKAB beschreibt den heutigen Umbau als Rückbau oder Verlagerung nahezu des gesamten Malmberget. Wohnraum und wichtige öffentliche Funktionen werden in das rund fünf Kilometer südlich gelegene Gällivare verlegt; nach aktuellem Plan soll die Umwandlung bis 2032 andauern. Die Größenordnung macht den Besuch auch zu einer Begegnung mit einer Region, in der industrielle Entwicklung und alltägliches Gemeindeleben unmittelbar zusammenhängen.

Dundret: Fjällnatur nahe der Stadt

Das Naturreservat Dundret beginnt rund fünf Kilometer südwestlich des Ortszentrums. Der Gipfel ist 820 Meter hoch; das Schutzgebiet umfasst 52 Quadratkilometer und ist zugleich Natura-2000-Gebiet. Wanderwege, Skiloipen, eine Schneemobilroute, Rastplätze und Schutzhütten machen den Berg zu einem Ziel zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Gipfel bis zum Sarek und zum Kebnekaise-Massiv. Die Mitternachtssonne ist dort laut Provinzialverwaltung zwischen dem 5. Juni und dem 11. Juli zu sehen.

Für einen kürzeren Ausflug führt ein geschotterter Weg von einem Parkplatz zur Toppstugan mit Rastplatz und Toilette. Eine besonders flache Gesundheitsrunde hat eine feste, glatte Oberfläche und nur geringe Höhenunterschiede; sie ist auch für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen geeignet. Längere Touren führen über Bergpfade und Stege. Die Zufahrten teilen sich: Eine Straße führt zum Skigebiet, die sogenannte Femman-vägen bringt Besucher näher an die Gipfelparkierung. Die Straße zur Gipfelparkierung wird im Winter als Skipiste genutzt.

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Samische Kultur und Ortsgeschichte

Gällivare liegt in Sápmi, dem traditionellen Gebiet der Sámi. Samische Geschichte und Gegenwart werden in Ortsnamen, Sprache, Landschaft und Rentierhaltung sichtbar. Mehrere samebyar – wirtschaftliche Zusammenschlüsse für die Rentierhaltung, nicht einzelne Dörfer – sind in der Region aktiv. Wer auf Dundret oder in den Fjäll- und Waldgebieten unterwegs ist, bewegt sich daher auch durch eine genutzte Kulturlandschaft. Abstand zu Rentieren und Rücksicht auf laufende Arbeit in der Rentierhaltung gehören zu einem respektvollen Naturbesuch.

Das Gällivare Kulturmuseum stellt die Geschichte der Gemeinde mit Schwerpunkten auf Sámi, Siedlern, Bergbau und Natur dar. Seine Sammlung umfasst rund 10.000 Objekte; viele zeigen die Entwicklung von Gällivare und Malmberget. Das Museum befindet sich seit 1984 in der alten Zentralschule und ergänzt den Besuch des Bergbaugebiets um Perspektiven auf Menschen und Alltag in der Region. Für mobilitätseingeschränkte Gäste ist der Zugang differenziert: Rampe und Aufzug sind vorhanden, die Ausstellungsflächen auf den Zwischenebenen sind jedoch nicht mit dem Rollstuhl erreichbar; in Ausstellungssaal zwei gibt es eine Hörschleife.

Gällivare als Etappe in Nordschweden

Auch die Anreise lässt sich ohne Auto planen: Im Sommer verbindet Inlandsbanan Gällivare mit Östersund; der Flugplatz Gällivare wird von PopulAir über Kramfors mit Stockholm-Arlanda verbunden. Von Gällivare aus lassen sich größere Etappen durch Norrbotten und Lappland planen. Südlich liegen Boden und Luleå; südwestlich liegt Jokkmokk und nördlich Kiruna. Gällivare selbst bietet den praktischen Übergang von Stadtangeboten zu Wegen und Berglandschaft. Eine Unterkunft in Schweden vor Ort gibt Zeit, Dundret und die Orte der Bergbauregion an getrennten Tagen zu besuchen.