Eskilstuna
Eskilstuna liegt zwischen Mälaren und Hjälmaren. Die Stadtgeschichte ist eng mit der Schmiedekunst und der späteren Maschinenindustrie verbunden. Einen anschaulichen Einstieg bietet das Freilichtmuseum Rademachersmedjorna: In den erhaltenen Werkstattgebäuden der Schmiedemanufaktur aus dem 17. Jahrhundert arbeiten heute Handwerker; Innenbereiche und einzelne Betriebe haben unterschiedliche Öffnungszeiten.
Kirche von Eskilstuna
Foto: © wikipedia / Epiq
Industriegeschichte und Altstadt
Das kommunale Freilichtmuseum hat freien Eintritt. Seine Außenausstellungen sind ganzjährig rund um die Uhr zugänglich, während Läden, Werkstätten und Innenräume ihre eigenen Zeiten haben. Deshalb kann ein kurzer Gang durch das Viertel auch außerhalb der Öffnung einzelner Betriebe sinnvoll sein; wer Handwerk erleben möchte, plant den Besuch zu deren Besuchszeiten.
Für die spätere Maschinenindustrie steht das Munktellmuseum im historischen Industriequartier Munktellstaden. Die Sammlung umfasst Produkte aus nahezu zwei Jahrhunderten, von Werkzeug- und Dampfmaschinen des 19. Jahrhunderts bis zu Baumaschinen. Zu sehen sind unter anderem frühe Traktoren und Radlader; bei mehreren restaurierten Maschinen sind Funktion und technische Entwicklung unmittelbar nachvollziehbar. Das Museum ordnet den industriellen Wandel über konkrete Fahrzeuge und Maschinen ein und ergänzt so die kleineren Werkstätten der Rademachersmedjorna um die Geschichte der mechanischen Produktion.
Torshälla bietet dazu einen Kontrast: Die mehr als 700 Jahre alte Stadt liegt am Eskilstunaån und bewahrt enge Gassen, Kopfsteinpflaster und Holzhäuser. Vom Holmberget reicht der Blick über den Fluss und den alten Stadtkern. Rund um den Platz und die Kirche lassen sich Spaziergang, Kunst und Baugeschichte verbinden; die Kirche besitzt mittelalterliche Bauteile, das Rathaus am Rådhustorget stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Ebelingmuseum und Skulpturen im öffentlichen Raum setzen einen eigenen Kunstschwerpunkt. Die Flusslage macht Torshälla auch zu einem passenden Abstecher, wenn der Aufenthalt in Eskilstuna um eine kleinere historische Stadt ergänzt werden soll. Eine geführte Verbindung kann den Weg selbst zum Programm machen: Visit Eskilstuna beschreibt eine buchbare Radtour vom Zentrum entlang des Eskilstunaån bis nach Torshälla. Sie führt vom Industriekern über Grün- und Feuchtgebiete in die ältere Stadt. Damit lässt sich der Museumsbesuch im Zentrum mit einer Bewegungstour verbinden, bevor der Rundgang durch Gassen, Skulpturenpark und Uferbereich beginnt.
Sigurdsristningen am Ramsund
Nördlich der Stadt liegt die Felsritzung von Ramsund, die auch Sigurdsristningen genannt wird. Die Bilder auf dem Fels erzählen Episoden aus der Sage um Sigurd Fafnesbane; die Runeninschrift bezieht sich auf einen Brückenbau über den Ramsund. Informationstafeln erklären die Bilder. Die Haltestelle Mora vägskäl liegt rund 500 Meter entfernt; vom Stadtzentrum führt außerdem eine Radroute zur Felsritzung.
Die etwa tausend Jahre alte Ritzung liegt im Freiluftgebiet Sundbyholm am Mälaren, nahe dem Schloss. Ihre Besonderheit ist die Verbindung aus Bildgeschichte und Runentext: Die Motive zeigen Szenen der Sigurd-Sage, während die Inschrift den Bau der Brücke durch Sigrid erwähnt. Der Ort eignet sich daher besonders für einen kurzen Halt, bei dem Besucher sowohl die Felsbilder als auch die Lage am früheren Wasserweg wahrnehmen. Der Zugang führt über unebenen Boden mit Wurzeln und einem steilen Abschnitt; für Kinderwagen und Rollstühle ist die Wegoberfläche entsprechend zu berücksichtigen.
Sundbyholm ist mehr als ein einzelnes Denkmal: Wege, Schlosspark, Hafen und Uferbereich liegen im selben Ausflugsgebiet. Wer die Geschichte der Region entlang des Mälaren weiterverfolgen möchte, kann Strängnäs und Mariefred mit Dom, Schloss und historischen Stadtkernen verbinden. Västerås ist ein weiteres Ziel am Mälaren; der Überblick über Sörmland und Östergötland ordnet die Orte in die Region ein. Für einen längeren Aufenthalt gibt es Unterkünfte in Schweden in der Stadt und entlang des Sees.