Rättvik
Rättvik liegt am Ostufer des Siljan und verbindet einen lebendigen Ortskern mit See, Kulturgeschichte und einem weithin bekannten Konzertort. Die Långbryggan führt weit in den See hinaus, während die Freiluftarena Dalhalla in einem ehemaligen Kalksteinbruch nördlich des Zentrums liegt. Ein Aufenthalt lässt sich gut mit Falun und Mora verbinden; Borlänge ergänzt die Route am südlichen Rand Dalarnas.
Dalhalla in Rättvik
Foto: © wikipedia / Holger.Ellgaard
Über den Siljan auf der Långbryggan
Die Långbryggan ist 628 Meter lang und wurde 1895 als Anlegestelle für den Dampfer S/S Rättvik errichtet. Das Schiff fuhr bis in die 1950er-Jahre auf dem Siljan; heute legt an der Brücke unter anderem das Fahrgastschiff M/S Gustaf Wasa an. Wer bis ans Ende geht, erlebt den Wechsel vom flachen Ufer zum offenen See und bekommt einen weiten Blick über den Siljan. Nach einer großen Renovierung wurde die Brücke 1992 wieder eröffnet. Die Gemeinde finanzierte einen Teil davon, indem Besucher und Unternehmen Planken mit eingravierten Namen stifteten. Das Bauwerk ist damit zugleich Aussichtspunkt und ein Stück Rättviks jüngerer Ortsgeschichte.
Dalhalla im ehemaligen Kalksteinbruch
Dalhalla entstand in einem stillgelegten Kalksteinbruch, der 1991 als möglicher Ort für ein Sommerfestival entdeckt wurde. Nach einem Probeauftritt 1993 fand 1994 das erste Konzert statt. Heute ist die Freiluftarena vor allem während der Sommersaison ein Kulturziel mit Konzertprogramm. Die Lage innerhalb des Abbauraums macht den Besuch anders als ein gewöhnliches Stadt- oder Saalkonzert: Besucher betreten eine Arena, deren steile Felswände die Kulisse bilden. Das Gelände und die Vorstellungen sind an Termine gebunden, deshalb lohnt es sich, den Konzertbesuch als eigenen Programmpunkt mit einem Tag am Siljan zu kombinieren. Für Dalhalla und die Långbryggan sind getrennte Wege einzuplanen.
Kirche, Kyrkstallar und Siljan-Geologie
Auf der Kyrkudden am Siljan steht Rättviks Kirche mit Wurzeln, die bis ins 13. Jahrhundert reichen. Rund um sie sind 87 historische Kyrkstallar erhalten, darunter einzelne aus dem 15. Jahrhundert. Die niedrigen Holzbauten dienten als Pferdeställe für Gemeindemitglieder, die zum Gottesdienst anreisten. Ein Spaziergang an der Kirche ergänzt den Seebesuch so um ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Alltagsgeschichte Dalarnas. Auch die Landschaft rund um Rättvik erzählt von einer viel älteren Vergangenheit: Der Siljan-Ring entstand nach einem großen Meteoriteneinschlag vor rund 377 Millionen Jahren. Der Krater hat sich seither verändert und ist heute als ringförmige Senke und Seenlandschaft erkennbar. Diese geologische Geschichte bildet den Hintergrund für die Kalksteinbrüche der Umgebung und damit auch für Dalhallas ungewöhnlichen Standort.
Sommer, Märkte und Ortsfeste
Rättvik wird im Laufe des Jahres von mehreren großen Anlässen geprägt. Zur Mittsommerzeit finden Feiern im Ort und in den Dörfern statt; die Rättviks Marknad zieht im Frühjahr und Herbst Besucher an. In der Classic Car Week wird es im Sommer besonders lebhaft, während Dalhalla mit seinem Konzertprogramm zusätzliche Abendtermine setzt. Wer ruhige Spaziergänge am See, historische Gebäude und eine Vorstellung verbinden möchte, sollte die Reisedaten nach dem gewünschten Schwerpunkt wählen: Außerhalb großer Veranstaltungen steht der Siljan im Vordergrund, während Markttage und Sommerwochen den Ortsbesuch stärker auf das Programm im Zentrum ausrichten. Eine Unterkunft in Schweden eignet sich als Basis für Ausflüge entlang des Siljanufers.