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Arvika

Arvika verbindet das Zentrum am Ufer des Kyrkviken mit einer ausgeprägten Kunst- und Handwerkstradition sowie Ausflügen in die seenreiche Landschaft Westvärmlands. Wer hier eine Stadtbasis wählt, kann an einem Tag Museen und Werkstätten besuchen und an einem anderen in den Wäldern des Naturreservats Glaskogen wandern oder paddeln. Die Ziele liegen nicht alle im Stadtzentrum: Das Rackstadmuseum liegt außerhalb Arvikas, Klässbol und Glaskogen sind eigene Ausflüge. Für die Region bietet die Seite Värmland und Dalarna den größeren Überblick; Unterkünfte in Schweden helfen bei der Wahl einer passenden Basis.

Zentrum von Arvika in Värmland, Schweden Zentrum von Arvika Foto: © wikipedia / Fred J.

Rackstadkolonie und Künstlerhäuser

Das Rackstadmuseum widmet sich der Kunst- und Kunsthandwerkskolonie, die sich um die Jahrhundertwende um den See Racken niederließ. Maja und Gustaf Fjæstad gehörten zu den ersten, die das landschaftliche Umfeld anzog; später kamen unter anderem Björn Ahlgrensson und Fritz Lindström hinzu. Das Museum stellt die Arbeiten der Gruppe und die Einflüsse der Arts-and-Crafts-Bewegung neben zeitgenössischer Kunst. Der Besuch erschließt auch das Zusammenwirken von Künstlern und lokalen Handwerkern, das Arvikas Kulturgeschichte geprägt hat.

Zum Gelände gehören auch konkrete historische Arbeits- und Wohnorte. Christian Eriksson ließ Oppstuhage 1894 nach seiner Rückkehr aus Paris als Künstlerhaus errichten. Die benachbarte Möbelwerkstatt der Brüder Eriksson erlebte ihre Blüte im Jugendstil; zu ihren Auftraggebern zählten die Architekten Ragnar Östberg und Carl Westman. Garten und Café ergänzen die Ausstellungen, sodass der Besuch im Unterschied zu einem kurzen Innenstadtstopp Zeit für das gesamte Ensemble lohnt. Vom Bahnhof Arvika führt laut Museum der Lokalbus 50 bis zur Haltestelle Rackstadmuseet; die Anfahrt lässt sich damit auch ohne Auto organisieren.

Leinenweberei und gelebtes Handwerk

In Klässbol lässt sich die Herstellung von Leinenprodukten direkt an den Webstühlen verfolgen. Die Weberei beschreibt den Produktionsweg von der Vorbereitung des Garns über das Weben bis zur Prüfung und zum fertigen Produkt. Dabei stehen Handwebstühle aus dem 19. Jahrhundert neben moderneren Maschinen – ein anschaulicher Kontrast zwischen überliefertem Können und laufender Fertigung. Kleinere Gruppen können die Produktion im eigenen Tempo besichtigen; für Gruppen ab zehn Personen bietet der Betrieb eine etwa halbstündige Führung an. Der Fabrikladen gehört zum Besuch, doch die Produktion ist der eigentliche Grund, den Weg nach Klässbol einzuplanen.

Auch Gammelvala gehört zu den prägenden Kulturzielen der Gemeinde, allerdings als zeitlich begrenzte Veranstaltungswoche und nicht als ganzjährig geöffnetes Museum. Dort werden frühere Arbeitsweisen, alte Maschinen und Handwerke vorgeführt. Die Veranstaltung ergänzt das ganzjährig zugängliche Kulturangebot um einen lebendigen Einblick in ländliche Alltagsgeschichte; ein Besuch muss deshalb zeitlich zur jeweiligen Ausgabe passen.

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Glaskogen als eigener Naturausflug

Das Naturreservat Glaskogen ist ein ausgedehntes Ziel für einen Tages- oder Mehrtagesausflug. Der Betreiber nennt rund 300 Kilometer Wanderwege, orange Markierungen, Wegweiser an Abzweigungen und Rast- sowie Übernachtungshütten. Kürzere Runden und längere Touren lassen sich dadurch innerhalb desselben Gebiets kombinieren. Die Wege führen durch Wald- und Seenlandschaft; je nach Route kann man die Wanderung mit einer Paddeltour verbinden. Für längere Strecken sind Karte und Etappenplanung sinnvoll, weil die Unterkünfte im Gelände nicht überall direkt am Ausgangspunkt liegen.

Für die Nutzung gibt es eine wichtige örtliche Besonderheit: Die Glaskogen-Karte beziehungsweise Conservation Card ist nach Betreiberangabe nötig, wenn Besucher im Reservat wandern, paddeln, Rad fahren oder angeln und dabei Einrichtungen wie Feuerstellen, Windschutz, Hütten, Abfallbehälter oder Toiletten nutzen. In einer Unterkunft darf man demnach höchstens zwei Nächte hintereinander am selben Platz bleiben. Für das Angeln nennt der Betreiber zusätzlich eine gesonderte Angelkarte. Wer lieber gezielt wandert, findet in unserem Überblick zum Wildniswandern in Schweden weitere Reiseideen.

Für eine aktive Reise in Värmland bieten sich außerdem die Seiten über Aktivurlaub in Schweden und Kanuwandern an.