Gullholmen: Küstenkultur zwischen Gassen und Härmanö

Gullholmen ist eine der am dichtesten bebauten Küstengemeinden in Bohuslän. Schmale Gänge und Gassen führen zwischen den Häusern zum Wasser hinunter und prägen den Ort stärker als breite Straßen oder große Freiflächen. Der Weg zum Wasser gehört damit unmittelbar zum Ortsbild.

Gassen, Museen und Geschichte am Wasser

Für die Orientierung über das Wasser sind die Anlegestellen Gullholmen Hamnen und Gullholmen Piren wichtig: Die Fähre zwischen Tuvesvik und Käringön hält dort ganzjährig. Im Ort selbst führt die Geschichte in mehrere Museen. Im Skepparhuset lernen Sie die Geschichte einer Familie kennen, die während Gullholmens Blütezeit dort lebte. Außerdem ist dort eine intakte Segelmacherei mit Segeln aus Alberts eigenen Kuttern Xantho und Harold zu sehen. Familiengeschichte und Handwerk stehen hier somit nebeneinander: Die Familie steht für Ortsgeschichte, die Segelmacherei für maritime Arbeit.

Das Gullholmen Art Museum zeigt Werke von etwa 70 Künstlern; die Motive haben einen besonderen Bezug zu Gullholmen. Seine ausgewählte Gemäldesammlung soll künftigen Generationen Einblicke in das Künstlerleben auf Gullholmen über einen Zeitraum von 100 Jahren vermitteln. Einen anderen Zugang bietet das Gullholmen Nature and Bird Museum mit 150 Vögeln, mehr als 10 Säugetieren und einigen Meeresorganismen. Damit erweitert dieses Museum die Kunst- und Ortsgeschichte um eine Ausstellung aus Land- und Meereswelt.

Historische Gebäude ergänzen die Museen um konkrete historische Zeugnisse. Kirche, Stenstugan und Segelmacherei stehen dabei für unterschiedliche Gebäudetypen. Die Gullholmen Church wurde im Herbst 1799 auf Lilla Hermanö in einem windgeschützten Tal fertiggestellt. Sie besitzt ein 1828 angebrachtes Altarbild, das wahrscheinlich von einem niederländischen Künstler stammt. Gullholmen ist aus kulturhistorischer Sicht von nationalem Interesse. Die Stenstugan gehört zu den ältesten Häusern auf Gullholmen und ist heute ein Museum mit alten Haushaltsgegenständen und Möbeln. Sie entstand 1832 und ist zugleich das einzige noch erhaltene Gebäude dieser Art auf Gullholmen. Während die Kirche sakrale Geschichte vermittelt, führt die Stenstugan über Haushaltsgegenstände und Möbel in den Alltag früherer Bewohner.

Wege und Landschaft auf Härmanö

Mehrere Wege und Straßen führen von Gullholmen nach Härmanö. Das Härmanö Nature Reserve umfasst felsige Klippen, Heideflächen, Laubvegetation, Wiesen und Weiden. Einige der markierten Wege auf Härmanö sind für Rollstuhlfahrer angepasst. Das ist eine konkrete Besonderheit der Wegestruktur, ohne dass damit eine Aussage über sämtliche Wege des Gebiets verbunden ist. Von Gullholmen aus führt der Weg damit aus dem dicht bebauten Ortsraum in ein Schutzgebiet mit mehreren Landschaftsformen.

Auf Härmanö führt ein Weg zu Skållehus, wo Siedlungsreste aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind. Der Weg ergänzt die Landschaft des Schutzgebiets um einen Ort, an dem Siedlungsgeschichte erhalten ist. Damit lässt sich die Landschaft nicht nur über ihre Felsen, Heideflächen und Weiden erleben, sondern auch über Spuren früherer Besiedlung.

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