Föra: Kirche, Küstenstraße und offene Landschaft
Föra zwischen Ost- und Westküste
Föra liegt im nördlichen Teil Ölands ungefähr dort, wo die Insel am schmalsten ist. Auf beiden Seiten ist der Ort etwa 2,5 Kilometer von der Küste entfernt. Die Ost- und Westküste liegen damit gleichermaßen nahe am Ort; Föra befindet sich zwischen beiden Küsten und nicht unmittelbar an einer Küstenlinie. Für die örtliche Orientierung ist die Kirche besonders markant: Sie steht nahe der Kreuzung, an der die Straßen entlang der Ost- und Westseite Ölands zusammentreffen.
Kirche und historische Spuren
Die mittelalterliche Kirche von Föra entwickelte sich aus einer im 11. Jahrhundert errichteten hölzernen Stabkirche zu einer um 1160 erbauten Steinkirche. Ihr mittelalterlicher Westturm aus Kalkstein gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Türmen Ölands. Im zweiten Stock des Turms ist außerdem eine Abortanlage erhalten, die möglicherweise die älteste ihrer Art in Schweden ist. Zur Kirche gibt es einen Audioguide, sodass die historische Anlage nicht nur von außen betrachtet werden muss.
Auch das Umfeld der Kirche bewahrt unterschiedliche Zeugnisse der örtlichen Bau- und Alltagsgeschichte. Der Friedhof von Föra ist auf allen Seiten von einer trocken gesetzten Kalksteinmauer umgeben. Neben der Kirche steht die ehemalige Kleinschule aus den 1880er-Jahren. Zu den erhaltenen Hofgebäuden in Föra gehören zusammengebaute Scheunenzeilen mit abgeschrägten Ecken, die sowohl in Kalkstein als auch in Holzrahmenbauweise errichtet wurden. Südlich der Kirche steht bei Korshorvan das Martinuskorset, ein etwa zwei Meter hohes mittelalterliches Steinkreuz.
Offene Ackerlandschaft, See und Naturschutzgebiet
Das Landschaftsbild von Föra ist offen und lässt sich am ehesten als intensiv landwirtschaftlich geprägte Ackerlandschaft charakterisieren. Einen anderen Akzent setzt Gelträsket, ein kleiner See im nördlichen Teil von Föra. Er ist von trockenen und feuchten Weideflächen umgeben und ergänzt die landwirtschaftlich geprägten Flächen um einen deutlich wasserbezogenen Landschaftsraum.
Am südöstlichen Rand von Föra liegt das Naturschutzgebiet Djurstadsträsk an der Grenze zu Alböke. Es weist eine interessante Flora sowie eine artenreiche Vogelwelt auf. Für die Erkundung des Ortes stehen damit unterschiedliche Landschaftsbilder nebeneinander: offene Ackerflächen, Weideflächen am See und ein geschütztes Gebiet mit besonderer Pflanzen- und Vogelwelt.
Die alte Küstenstraße nach Norden
Eine eigenständige historische Landschaftserfahrung bietet die Küstenstraße von Äleklinta durch Föra nach Norden in Richtung Byerum. Die alte Straßenlandschaft umfasst prähistorische Hausgrundrisse und Gräber ebenso wie Hafenanlagen, Plätze für Bootsschuppen und Überreste des Steinabbaus. Wer Föra über diese Strecke betrachtet, begegnet daher nicht nur einer Verbindung zwischen mehreren Orten, sondern auch verschiedenen Spuren früherer Siedlung, Küstennutzung und Steinverarbeitung.
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